Rattenfänger von Hameln
Der Rattenfänger taucht in Hameln auf. Fotos: Schleicher

Der Rattenfänger von Hameln

Schnell huscht eine Ratte von einer Säule des Felsenkellerlabyrinths zur nächsten. Geschickt und listig nähert sie sich dem Stand der Marktfrau – und mit einem Satz hat sie sich einen Apfel geklaut, dabei den gesamten Marktstand zerstört und ist auch schon wieder verschwunden.


Nein, im Schwandorfer Felsenkeller war am Samstagnachmittag weder eine Rattenplage ausgebrochen, noch das Mittelalter mit Marktschreiern wieder eingezogen. Das Kinderstück „Der Rattenfänger von Hameln“, gespielt von der Laientheatergruppe „Theaterbühne Schwandorf“, feierte Premiere vor „ausverkauftem Haus“. Die überlebensgroßen Ratten, gespielt von den Mädchen Michelle Küsel, Rebecca Walzer, Annalena und Johanna Zechmann, Franziska Zinnbauer, Annika Scheibl, Lena Heinfling und Michelle Hölzl, waren die Publikumslieblinge. Nach jeder Szene wurden die rund 40 Zuschauer von einem Erzähler in den nächsten Raum des Felsenkellers geführt, wo eine neue Kulisse aufgebaut war.

„Jährlich spielt die Theaterbühne Schwandorf ein abendfüllendes Stück im Fronberger Schloss und seit 2009 immer ein Märchen für Kinder“, so Johann Wilhelm, erster Vorsitzender des Theatervereins, der auch den Bürgermeister von Hameln mimt. Seine Frau Ingrid Wilhelm hat die Fäden in der Hand, wenn es um Regie, Kostüme und Textfassungen geht.

Die Klänge des Dudelsacks kommen im Felsenkellerlabyrinths immer näher und da steht er plötzlich in Fellweste, Strumpfhosen und mit Dudelsack: Der Rattenfänger von Hameln (Robert Wilhelm). Katharina (Valentina Eimer), die Tochter des Bürgermeisters, verliebt sich sogleich in den geheimnisvollen Fremden. Als der durch sein Dudelsackspiel die Ratten aus der Stadt Hameln lockt, steht einer Hochzeit nichts mehr im Weg. Doch der Bürgermeister will entgegen der Abmachung die hundert Gulden nicht bezahlen. Da gibt es Krach und auf einmal sind alle Kinder Hamelns wie vom Erdboden verschluckt. Was dann passiert, wird hier nicht verraten. Nur so viel: Es ist ein alternatives Ende zum bekannten Märchen.

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